Karat — Magazin für Gemmologie, Schmuck und Mineralogie.
Karat ist ein monatlich erscheinendes gemmologisches Journal in deutscher Sprache. Wir schreiben über Edelsteine als wissenschaftliche und marktwirtschaftliche Disziplin — über Mineralogie und Kristallsysteme, über Schliffkunst und Setting-Praxis, über Herkunfts-Zertifizierung und über die großen Auktionssäle in Genf, London und New York. Kein Esoterik-Magazin, kein Wellness-Heft und kein Affiliate-Schmuck-Schaufenster — ein Journal, das jeden Monat erscheint und sich an Leute richtet, die Edelsteine als gemmologische Tiefe verstehen, nicht als Lebensstil-Item.
Der Takt ist monatlich. Acht Ressorts — Mineralogie, Schmuck, Schliff, Herkunft, Auktion, Trends, Recht, Lapidar — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jede Ausgabe füllt alle acht Felder gleich stark; manchmal verdichten sich drei Texte um eine einzige Genfer Sotheby´s-Auktion, manchmal liegt der Schwerpunkt auf einer einzelnen Synthetik-Markt-Studie. Die aktuelle Juni-2026-Ausgabe hat ihren Schwerpunkt im aktuellen Christie´s Magnificent-Jewels-Hammer mit Seitenblicken auf die Burma-Rubin-Sanktions-Lage und auf eine längere Recherche zum Lightbox-Re-Positioning bei De Beers.
Gegründet wurde das Magazin im Frühjahr 2013, im Umfeld der damals stark wachsenden deutschen Edelstein-Sammler-Szene und der ersten systematischen GIA-Origin-Reports für farbige Steine. Was als Werkstatt-Notiz zwischen Idar-Obersteiner Schleifkunst und Genfer Auktionssaal begann, ist seither zu einer fortlaufenden Publikation geworden. Wir verstehen 2013 als Gründungsmoment, nicht als Thema.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen klassischer gemmologischer Tradition und gegenwärtigem Markt. Marcel Tolkowsky hat 1919 den modernen Brilliantschliff geometrisch formuliert, das GIA hat seit 1931 die Vier-Cs-Klassifikation etabliert, der Kimberley-Prozess hat seit 2003 die Konflikt-Diamant-Problematik in eine Markt-Architektur gebracht — und heute publizieren Sotheby´s, Christie´s, Bonhams, Phillips auf den Schultern dieser Linie Auktions-Kataloge, die ohne sie nicht denkbar wären. Wir behandeln Edelsteine als das, was sie tatsächlich sind: keine Sammlung blinkender Lifestyle-Objekte, sondern eine mineralogisch und marktwirtschaftlich verfasste Disziplin, die sich an Refraktometer-Werten und Hammer-Preisen überprüfen lässt.
Geschrieben ist Karat für Gemmologie-Interessierte, die ihre Steinkunde-Praxis ernst nehmen, für Schmuck-Sammler:innen, die ihre Bestände konzeptuell aufbauen, für Goldschmiede, die Couture-Trends und Werkstatt-Realität einordnen, und für Auktions-Beobachter:innen, die zwischen Estimate und Realized-Price die Provenienz-Aufschläge lesen. Wir setzen Vertrautheit mit grundlegenden gemmologischen Begriffen voraus, aber keinen FGA-Abschluss; eine Edelstein-Gutachterin wird hier nichts Neues über Pleochroismus lernen, eine engagierte Sammlerin mit drei Jahren GIA-Reading-Praxis vielleicht schon.
Gastbeiträge
Karat nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat — Auktions-Bericht, gemmologische Studie, Werkstatt-Portrait, Markt-Analyse — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen. Kürze ist kein Nachteil, eine präzise Refraktometer-Notation sagt mehr als drei Absätze Prosa, und wer Hammerpreise beziffert, hat schon gewonnen.
Edelsteine sind für uns kein Lifestyle-Item. Es ist die seltene Disziplin, in der eine 100 Jahre alte Tolkowsky-Geometrie am Donnerstagvormittag in der Idar-Obersteiner Schleifwerkstatt noch immer am Vergrößerungs-Glas überprüft wird.